Zahnärzte Ohne grenzen - Hilfseinsatz Zambia

Zahnärztin Nora Oelbermann war im April 2026 mit den Zahnärzten ohne Grenzen in Zambia bei einem zahnärztlichen Hilfseinsatz. Hier im Blog berichtet sie über die Vorbereitung, das Hilfsprojekt und auch über ein paar ganz persönliche Gedanken dazu.

Ankunft in Zambia

Ein besonderes Osterabenteuer: Unser Einsatz in Sambia beginnt


Liebe Patientinnen und Patienten, liebe Familien und Freunde der Zahninsel,


dieses Osterfest ist für uns ein ganz besonderes: Während viele von Ihnen die Feiertage im Kreise Ihrer Liebsten verbringen, haben sich unsere Zahnärztin Nora Oelbermann und unsere Dentalassistentin Milica Pawicevic auf den Weg nach Afrika gemacht – genauer gesagt nach Kabwe in Sambia. Dort werden sie in den kommenden zwei Wochen Teil eines zahnärztlichen Hilfsprojekts sein.


Eine lange Reise mit spannenden Eindrücken


Gestartet sind wir am Ostersonntagabend – und nach einer intensiven, fast 24-stuendigen Reise schliesslich gut in Kabwe angekommen. Nach einem angenehmen Flug ging es fuer uns noch weitere dreieinhalb Stunden Richtung Norden. Normalerweise dauert diese Strecke etwa zwei Stunden, doch aktuell sorgen zahlreiche Baustellen fuer Verzoegerungen: Die bisher einspurige Strasse wird auf vier Spuren erweitert – ein grosses Infrastrukturprojekt, das deutlich sichtbar voranschreitet.


Auffaellig war entlang der Strecke auch der starke chinesische Einfluss: Immer wieder konnten wir grosse Bauprojekte und Industrieanlagen entdecken, darunter eine riesige Fabrik zur Herstellung von Autobatterien.


Ankunft mit Ueberraschungseffekt


In Kabwe angekommen, waren wir ehrlich gesagt positiv ueberrascht: Unsere Unterkunft hat einen sehr guten Standard. Jede von uns hat ein eigenes Zimmer mit einem grossen, modernen und aeusserst bequemen Bett. Warmes Wasser ist ebenfalls vorhanden – ein Luxus, den wir so nicht unbedingt erwartet haetten.


Ein besonderes Highlight: Fuer uns wurde sogar eine Koechin angestellt, die uns abends bekocht. Die Mahlzeiten sind nicht nur lecker, sondern auch mit viel Liebe zubereitet – uns werden hier wirklich alle Wuensche von den Augen abgelesen.


Erste Einblicke in die „Zahnklinik“


Natuerlich haben wir es uns nicht nehmen lassen, bereits einen ersten Blick in unsere Arbeitsumgebung zu werfen. Die „Zahnklinik“ ist ein kleines Haeuschen mit zwei Behandlungszimmern. Zusaetzlich gibt es einen Arbeitsplatz fuer einen Zahntechniker, sodass wir vor Ort auch zahntechnische Arbeiten durchfuehren koennen.

Trotz der einfachen Struktur sind die hygienischen Bedingungen gut, sodass wir hier optimal arbeiten und helfen koennen.


Unser Team vor Ort


Neben Nora und Milica sind noch weitere engagierte Helferinnen und Helfer dabei:

Cecil, eine weitere Dentalassistentin aus Deutschland

Manuel, unser Zahntechniker


Gemeinsam sind wir im Rahmen der Organisation Dental Solidarity Without Limits Foundation (DWLF) unterwegs, die solche Einsaetze moeglich macht und koordiniert.


Vorbereitung vor dem Start


Morgen ist hier ein Feiertag, was uns die Moeglichkeit gibt, alles in Ruhe vorzubereiten. Wir werden die Behandlungsraeume einrichten, Materialien sortieren und noch fehlende Dinge auf dem lokalen Markt besorgen.

Dann kann es losgehen – und wir freuen uns sehr darauf, in den kommenden Tagen moeglichst vielen Menschen helfen zu koennen.

Wir halten Sie natuerlich weiter auf dem Laufenden!

Herzliche Gruesse aus Sambia

Ihr Zahninsel-Team 🦷🌍

Unser Arbeitsplatz
Unser Arbeitsplatz

https://www.twikatane.de/schule 

Link zum Schulprojekt

Kabwe
Kabwe
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Tag 2: Alles vorbereiten für unsere Patienten

Auf dem Markt
Auf dem Markt
Unser Team
Unser Team
Jogging Runde am Morgen
Jogging Runde am Morgen

Tag 2 in Sambia – Ankommen, Organisieren und erste Eindrücke


Unser zweiter Tag in Sambia begann heute etwas ruhiger – genau die richtige Gelegenheit, um uns in den Behandlungsräumen einzurichten und uns mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut zu machen.


Grundsätzlich ist hier tatsächlich alles vorhanden, was wir für unsere Arbeit benötigen. Die kleine Herausforderung liegt eher darin, dass jede Gruppe ihre eigenen Materialien und Utensilien mitbringt. So entsteht mit der Zeit ein buntes Sammelsurium, das erst einmal sortiert und sinnvoll organisiert werden muss. Aber wir kommen gut voran – und am Ende sieht alles ordentlich, sauber und absolut einsatzbereit aus.


Im Anschluss ging es für uns in die Stadt. Unsere Mission: destilliertes Wasser für den Sterilisator besorgen und außerdem traditionelle Röcke für Milli und mich, die wir während der Arbeit tragen möchten. Besonders spannend war dabei, dass uns die lokalen Frauen ganz selbstverständlich gezeigt haben, wie diese Röcke richtig gebunden werden. Auch unsere Köchin hat uns später noch einmal geholfen und uns alles in Ruhe erklärt. Ob sich darin gut arbeiten lässt, wird sich zeigen – wir sind auf jeden Fall gespannt!


Der Einkauf an sich war allerdings eine kleine Herausforderung. Es herrschte unglaublich viel Trubel, und die Dinge, die wir gesucht haben, waren oft nur schwer zu finden. Statt alles an einem Ort zu bekommen, mussten wir viele verschiedene Läden aufsuchen – und selbst dann war manches am Ende doch nicht verfügbar. Eine Erfahrung, die uns sicherlich noch öfter begegnen wird.


Am Nachmittag haben wir uns bewusst Zeit genommen, um etwas zur Ruhe zu kommen. Die kommenden Tage werden intensiv und fordernd, daher war es wichtig, noch einmal durchzuatmen – sozusagen die Ruhe vor dem Sturm.


Was uns besonders beeindruckt: die Offenheit und Freundlichkeit der Menschen hier. Man kommt schnell ins Gespräch, fühlt sich willkommen und kann sich frei und sicher bewegen. Diese Begegnungen machen das Ankommen für uns umso schöner.


Wir freuen uns sehr auf morgen und darauf, endlich richtig starten zu können.


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Euer Team der Zahninsel

Zimmer 2
Zimmer 2
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Zambia Tag 3

Hier wird für die Kinder der Schule und uns gekocht
Hier wird für die Kinder der Schule und uns gekocht
Ganz traditionell wird mit Fingern gegessen: Soja, Mais und feines Gemüse
Ganz traditionell wird mit Fingern gegessen: Soja, Mais und feines Gemüse
Jeder möchte mit uns Kontakt aufnehmen
Jeder möchte mit uns Kontakt aufnehmen


Tag 3 unseres Einsatzes – Wenn Theorie auf Realität trifft


Heute sind wir in den dritten Tag unseres Einsatzes gestartet – und es war der erste Tag, an dem die Behandlungen tatsächlich begonnen haben. 

Nach zwei Tagen der Vorbereitung, Organisation und ersten Eindrücke ging es nun endlich in die praktische Arbeit. Und dieser Tag hat uns auf vielen Ebenen gefordert.


Am Vormittag hatten wir die Möglichkeit, einige Kinder aus der benachbarten Schule zu untersuchen und zu behandeln. Dabei konnten wir bei mehreren Kindern dringend notwendige Versiegelungen durchführen, um beginnende Karies auf den Kauflächen zu stoppen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Eigentlich handelt es sich dabei um eine einfache, routinemäßige Maßnahme – zumindest unter den Bedingungen, die wir aus der Schweiz kennen.

Hier zeigte sich jedoch schnell eine große Herausforderung: die Angst der Kinder. Viele von ihnen waren sehr verunsichert, teilweise regelrecht verängstigt, und die Kommunikation gestaltete sich schwierig. Es wurde deutlich, wie wertvoll die präventive Arbeit ist, die wir von zu Hause kennen – etwa separate Termine, bei denen Prophylaxeassistentinnen den Kindern in Ruhe alles erklären und Vertrauen aufbauen. So gelingt es uns normalerweise, bereits Sechsjährige spielerisch und ohne Druck zu behandeln. Hier hingegen mussten wir neunjährige Kinder teilweise lange überzeugen, um eine eigentlich unkomplizierte Behandlung durchführen zu können. Was bei uns etwa 20 Minuten dauert, entwickelte sich hier schnell zu einer halbstündigen Herausforderung.


Auch technisch sind wir heute an unsere Grenzen gestoßen. Nach dem ersten „Testlauf“ mit den zahnärztlichen Einheiten und Instrumenten wurde uns klar, wie sehr wir uns normalerweise auf funktionierende Geräte verlassen können. Hier kommt Wasser aus Instrumenten, wo keines sein sollte – und dort, wo es benötigt wird, bleibt es aus. Die Behandlungsstühle sind alles andere als ergonomisch, sodass wir die meisten Eingriffe im Stehen durchführen mussten. Das ist nicht nur ungewohnt, sondern auch körperlich extrem anstrengend.


Neben den Kindern haben wir auch viele erwachsene Patienten behandelt. Insgesamt mussten wir heute zwölf Zähne extrahieren. Dabei zeigte sich, dass viele Zähne noch sehr fest im Knochen verankert sind und oft nur in Einzelteilen entfernt werden können. Eingriffe, die in unserer Praxis mit gut funktionierenden Geräten zwar anspruchsvoll, aber effizient durchführbar sind, dauern hier deutlich länger. Statt etwa 20 Minuten pro Zahn benötigen wir schnell 40 bis 50 Minuten – und das bei gleichzeitig deutlich höherer körperlicher Belastung.


Am Ende des Tages sind wir alle erschöpft – körperlich und mental. Wir haben unser Bestes gegeben, ununterbrochen gearbeitet und dennoch das Gefühl, nur einen kleinen Beitrag geleistet zu haben. Der Gedanke, dass mit besserer Ausstattung und unter anderen Bedingungen viel mehr möglich gewesen wäre, lässt uns nicht los.


Besonders schwer fällt uns, dass wir heute acht Patienten wieder nach Hause schicken mussten, ohne sie behandeln zu können. Viele von ihnen sind von weit her angereist. Selbst bei den Patienten, die wir behandeln konnten, blieb oft mehr zu tun übrig: zusätzliche schmerzende Zähne, fortgeschrittene Karies – Behandlungen, für die uns schlicht die Zeit fehlte. Mit etwa einer Stunde pro Patient und einer langen Warteschlange vor der Tür mussten wir Entscheidungen treffen, die uns nicht leicht gefallen sind.


Heute war ein Tag, der uns gezeigt hat, wie groß der Bedarf ist – und wie begrenzt unsere Möglichkeiten sind. Es fühlt sich ein wenig an wie ein Tropfen auf den heißen Stein.


Jetzt heißt es erstmal: durchatmen, den Tag verarbeiten und neue Energie sammeln. Wir freuen uns auf ein gemeinsames Abendessen – und darauf, morgen mit neuer Kraft weiterzumachen.

Unser Fitnessstudio
Unser Fitnessstudio
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Zambia Tag 4: Es geht voran

Mittagessen
Mittagessen

Tag 4 – Fortschritte, Grenzen und viele berührende Momente


Der vierte Tag unseres Einsatzes liegt hinter uns – und wir können spürbar sagen: Es geht voran.


Dank des großartigen Einsatzes von Milli und Cecile bis spät in den gestrigen Abend hinein konnten wir einige wichtige Abläufe optimieren. Diese Verbesserungen haben sich heute direkt bemerkbar gemacht. Unsere Zahnärztin Nora Oelbermann konnte Zähne vor dem Ziehen nun deutlich besser in einzelne Teile trennen. Dadurch wurde die Behandlung nicht nur effizienter, sondern auch für alle Beteiligten spürbar angenehmer. Es ist beeindruckend zu sehen, wie kleine Anpassungen eine so große Wirkung haben können.


Auch die Absaugung wurde verbessert. Das klingt zunächst unscheinbar, hat aber einen enormen Einfluss auf unsere Arbeit: Endlich haben wir eine deutlich bessere Sicht während der Eingriffe. Das sorgt für mehr Sicherheit, Präzision und insgesamt einen ruhigeren Ablauf.


Manu ,unser Zahntechniker, hat inzwischen sein Maximum erreicht, was die Herstellung von Prothesen angeht. Heute haben wir noch fünf weitere begonnen – damit kommt er auf insgesamt neun Prothesen für die neun Tage unseres Einsatzes. Eine unglaubliche Leistung. Und dennoch zeigt sich hier auch die harte Realität: Wir mussten erneut Menschen wegschicken. Menschen, die wissen, dass sie in absehbarer Zeit keine Prothese bekommen werden. Das schmerzt. Sehr sogar. Auch Manu, der mit vollem Einsatz und beeindruckender Geschwindigkeit arbeitet, stößt an Grenzen – er ist eben kein Zauberer.


Trotz dieser Momente war es insgesamt ein guter Tag.


Zur Mittagszeit durften wir wieder das Essen in der Schule genießen. Die Begegnungen mit den Kindern sind jedes Mal aufs Neue etwas ganz Besonderes. Sie kommen auf uns zu, nehmen uns an die Hand, streicheln unsere Unterarme – voller Neugier und Staunen, weil sie oft noch nie die Haut eines weißen Menschen berührt haben. Diese Offenheit, diese pure Freude und Unvoreingenommenheit gehen direkt ins Herz.


Und ja, unsere Herzen schlagen höher bei all der Wärme, die uns entgegengebracht wird. Diese Momente geben uns so viel zurück. Sie schenken uns Kraft, Freude und lassen uns den Einsatz hier noch intensiver erleben.


Wir sind müde – todmüde. Aber gleichzeitig fühlen wir uns deutlich besser als gestern. Die Stimmung ist gut, wir sind zufrieden und blicken motiviert auf den nächsten Tag. Auch wenn wir wissen, dass wir nicht allen helfen können, sind wir dankbar dafür, dass wir mit unserer Arbeit etwas bewegen und Schritt für Schritt vorankommen.

Die Kinder spielen verrückt wenn wir ein Foto machen wollen
Die Kinder spielen verrückt wenn wir ein Foto machen wollen
Sonnenaufgang bei der Jogging Runde
Sonnenaufgang bei der Jogging Runde
Die Kinder sind begeistert
Die Kinder sind begeistert
Brändydog made in Africa
Brändydog made in Africa
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Tag 5 in Zambia: Körperliche Grenzen

Die Kinder werden für die Fissurenversiegelung vorbereitet, in dem alles erklärt wird
Die Kinder werden für die Fissurenversiegelung vorbereitet, in dem alles erklärt wird
Cecile erklärt wie das Putzen funktioniert
Cecile erklärt wie das Putzen funktioniert
Warteschlangen von Menschen, die seit Wochen mit Zahnschmerzen auf uns warten
Warteschlangen von Menschen, die seit Wochen mit Zahnschmerzen auf uns warten
Ein Blick nach draussen lässt uns vom Tag abschalten
Ein Blick nach draussen lässt uns vom Tag abschalten

Einsatz in Sambia – Tag 5: Wenn jede Extraktion zur Herausforderung wird


Der fünfte Tag unseres Einsatzes in Sambia begann mit viel Energie und Motivation – doch schon der erste Patient zeigte uns, wie herausfordernd dieser Tag werden würde. Gleich der erste Zahn, ein oberer Backenzahn ganz hinten im Kiefer, verlangte uns alles ab. Die Extraktion gestaltete sich äußerst schwierig: Der Zahn zerbrach in mehrere Teile, und ohne die Möglichkeit eines Röntgenbildes mussten wir uns Stück für Stück vorarbeiten.


In der westlichen Zahnmedizin ist es selbstverständlich, vor einer Extraktion ein Röntgenbild anzufertigen. So weiß man genau, was einen erwartet, kann die Anatomie einschätzen und die Behandlung entsprechend planen. Hier jedoch arbeiten wir ohne diese diagnostische Unterstützung. Jeder Zahn ist anders, und ohne visuelle Vorbereitung bleibt vieles eine Frage der Erfahrung – und manchmal auch der Wahrscheinlichkeit. In diesem Fall gehörte der Zahn leider zu den komplexeren Varianten, was die Behandlung deutlich erschwerte.


Bereits nach diesem ersten Eingriff waren die körperlichen Belastungen spürbar: schmerzende Unterarme, angespannte Handgelenke und ein leichtes Zittern – sowohl bei der Assistenz als auch bei der behandelnden Person. Doch der Tag ging weiter, und es folgten weitere Extraktionen. Eine nach der anderen. Die körperliche Anstrengung summierte sich schnell, und wir mussten bewusst darauf achten, unsere Belastungsgrenzen nicht zu überschreiten.


Was diesen Einsatz besonders fordernd macht, ist die Monotonie der Behandlungen. Während wir in Deutschland einen abwechslungsreichen Praxisalltag haben – von chirurgischen Eingriffen über ästhetische Versorgungen bis hin zur Kinderbehandlung – liegt hier der Fokus stark auf akuten Fällen, vor allem auf Zahnentfernungen. Das fordert nicht nur körperlich, sondern auch mental.


Ein Lichtblick am Vormittag waren fünf Kinder, bei denen wir Zahnversiegelungen durchführen konnten. Gemeinsam erklärten wir ihnen vorab den Ablauf, und sie machten großartig mit. Es war schön zu sehen, wie schnell wir in einen positiven Flow kamen und wie viel Freude diese präventive Arbeit auch uns bereitet hat.


Am Nachmittag widmeten wir uns erneut den dringenden Fällen – Abszesse und weitere Extraktionen standen auf dem Programm. Am Ende des Tages waren wir alle spürbar erschöpft, sowohl körperlich als auch mental.


Jeder von uns hat seine eigene Art, den Kopf wieder frei zu bekommen: Einige hören Musik, andere gehen spazieren und tauchen mit einem Podcast in eine andere Welt ein. Unser gemeinsames Abendritual hilft uns ebenfalls sehr: ein leckeres Abendessen, viel Lachen, ein Glas Wein und eine Runde Rummikub. Vielleicht reicht die Energie heute sogar noch für eine Partie „Brändi Dog“, ein Schweizer Brettspiel, das wir hier kurzerhand selbst gebastelt haben.


Morgen steht der letzte Behandlungstag dieser Woche an. Wir hoffen auf einen guten Ablauf und darauf, möglichst vielen Menschen helfen zu können. Gleichzeitig wissen wir, dass wir nicht alle behandeln können. Diese Realität ist emotional herausfordernd, und wir versuchen, damit so gut wie möglich umzugehen.


Tag 5 hat uns erneut gezeigt, wie anspruchsvoll, aber auch wie wertvoll dieser Einsatz ist.

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Zambia Tag 6: Endspurt vorm Wochenende

Unsere Leistung von den ersten 4 Tagen
Unsere Leistung von den ersten 4 Tagen
Arm - und Rücken Krafttraining Zeit optimiert mit Kaffee am Morgen
Arm - und Rücken Krafttraining Zeit optimiert mit Kaffee am Morgen
Braunkohle wird zum Markt transportiert
Braunkohle wird zum Markt transportiert

Tag 6 in Sambia – Ein intensiver Abschluss der Behandlungswoche


Heute war unser sechster Tag in Sambia – und gleichzeitig der vierte Behandlungstag sowie der letzte Arbeitstag dieser Woche. Wir blicken auf intensive, erfüllende, aber auch fordernde Tage zurück und freuen uns nun sehr auf das bevorstehende Wochenende.

Mittlerweile sind wir als Team richtig gut im Flow angekommen. Die Abläufe greifen ineinander, jeder Handgriff sitzt sicherer, und wir konnten unser Tempo deutlich steigern. Trotz dieser positiven Entwicklung merken wir aber auch, dass die letzten Tage viel Energie gekostet haben – die Pause kommt genau zur richtigen Zeit.


Am Ende dieser Woche können wir stolz auf das Erreichte zurückblicken:

91 Zähne gezogen

6 Füllungen gelegt

37 Versiegelungen durchgeführt

11 Zahnreinigungen gemacht


Behandlungsteam: 

1 Zahnärztin und 2 Dentalassistentinnen

Zusätzlich hat unser Zahntechniker 3 Prothesen fertiggestellt


Auch der Blick auf die kommende Woche zeigt, wie groß der Bedarf weiterhin ist: Unser Bestellbuch ist bereits so gut gefüllt, dass wir für Montag und Dienstag keine Termine mehr vergeben können.

Diese Situation stellt uns immer wieder vor Herausforderungen. Wir möchten vermeiden, dass Patientinnen und Patienten den ganzen Tag warten müssen, nur um dann unverrichteter Dinge wieder nach Hause geschickt zu werden. Viele von ihnen haben lange Wege hinter sich, müssen auf dem Feld arbeiten, ihre Familien versorgen oder andere wichtige Aufgaben erfüllen. Deshalb arbeiten wir mit Terminlisten, sodass sie gezielt wiederkommen können – auch wenn das  bedeutet, mit Schmerzen bis zum nächsten verfügbaren Termin auszuhalten.

Für uns ist das schwer vorstellbar. In der Schweiz oder in Deutschland gibt es Notfalldienste, die jederzeit erreichbar sind, und zudem einen einfachen Zugang zu Schmerzmitteln. Hier sieht die Realität oft anders aus – und umso größer ist die Dankbarkeit der Menschen, überhaupt einen Termin zu bekommen, selbst wenn er erst einige Tage später stattfindet.


Nach dieser intensiven Woche lassen wir den heutigen Tag entspannt ausklingen: Heute Abend gehen wir Pizza essen – bei einem deutschen Restaurantbesitzer hier vor Ort. Wir sind gespannt und freuen uns darauf, den Tag gemeinsam ausklingen zu lassen.


Am Wochenende steht vor allem eines auf dem Plan: Kraft tanken. Damit wir auch in der nächsten Woche wieder mit voller Energie für unsere Patientinnen und Patienten da sein können.

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Wochenende in Zambia

Wir haben noch viel zu lernen
Wir haben noch viel zu lernen
Second Hand Kleidung aus Deutschland wird hier stolz weiter getragen
Second Hand Kleidung aus Deutschland wird hier stolz weiter getragen
Gottesdienst am Morgen
Gottesdienst am Morgen
Im Krankenhaus lassen wir uns über das Gesundheitswesen informieren.
Im Krankenhaus lassen wir uns über das Gesundheitswesen informieren.
Der Markt
Der Markt

Ein Wochenende zum Durchatmen – Eindrücke aus Zambia 


Nach intensiven Tagen in der Klinik war dieses Wochenende für uns als Team der Zahninsel ein ganz besonderes: eine wertvolle Gelegenheit, neue Kraft zu schöpfen – sowohl körperlich als auch mental – und gleichzeitig Zambia aus einer ganz anderen Perspektive kennenzulernen.

Bisher begegneten wir der Bevölkerung vor allem in unserer Rolle als Behandelnde: Menschen, die auf unsere Hilfe angewiesen sind und uns mit großem Vertrauen begegnen. Umso wichtiger war es für uns, die Menschen hier auch abseits der Klinik zu erleben – in ihrem Alltag, ihrer Kultur und ihrer Lebensfreude. Dabei wurde einmal mehr deutlich, wie stolz, offen und herzlich viele der Menschen sind, die hier leben und arbeiten.


Am Samstagvormittag nutzten wir die Zeit, um organisatorische Aufgaben für die Klinik vorzubereiten. Unser Ziel: den kommenden Teams die Abläufe vor Ort zu erleichtern und eine noch bessere Versorgung zu ermöglichen.


Nach einer kurzen Erholungspause ging es am frühen Nachmittag in Richtung Stadt und Markt. Dort konnten wir nicht nur einige Besorgungen machen, sondern auch Stoffe erwerben – mit der Idee, uns daraus maßgeschneiderte Kleidung anfertigen zu lassen. Ein schönes Projekt, das uns noch lange an diese besondere Zeit erinnern wird.

Kulinarisch wurden wir ebenfalls überrascht: Am Abend gingen wir indisch essen – ein Hinweis auf die vielfältige Kultur vor Ort, denn Kabwe beherbergt eine vergleichsweise große indische Community. Anschließend wagten wir uns ins lokale Nachtleben. Interessanterweise unterschied sich dieses kaum von dem, was wir aus Europa kennen: viel R&B, ausgelassene Stimmung und tanzfreudige Gäste. Ein Unterschied war jedoch deutlich spürbar – als weisser Gast fällst du einfach auf und jeder schaut dich an, wenn du den Club betrittst.

Der Sonntag begann für uns mit einem Besuch eines Gottesdienstes. Die Kirche war erfüllt von Musik, Tanz und Emotionen – eine lebendige, kraftvolle Form des Glaubens, die uns tief berührt hat. Die Dankbarkeit und Herzlichkeit der Gemeinde uns gegenüber war überwältigend. Gleichzeitig waren auch wir voller Dankbarkeit, Teil dieses besonderen Moments sein zu dürfen.

Im Anschluss besuchten wir die staatliche Klinik, die wir eher als Arztpraxis beschreiben würden. Dort erhielten wir spannende Einblicke in das Gesundheitssystem vor Ort. Besonders bemerkenswert fanden wir, dass die Geburtenkontrolle (Verhütungsspritzen für Frauen) staatlich finanziert wird. Je nach Wohnort können diese sogar zur eigenständigen Anwendung mit nach Hause genommen werden – ein Ansatz, der in dieser Form in Deutschland und der Schweiz Privatsache ist und nicht von Staat finanziert wird.  

Auch im Bereich der HIV-Versorgung konnten wir viel lernen. Sambia hat einen hohen Anteil an HIV-positiven Menschen (fast 25%), doch gleichzeitig gibt es umfassende staatliche Programme zur Behandlung. Medikamente werden kostenlos zur Verfügung gestellt, und durch gezieltes Contact Tracing wird versucht, Neuinfektionen einzudämmen. Diese Maßnahmen zeigen, wie aktiv und strukturiert das Land mit dieser Herausforderung umgeht.

Zum Abschluss unseres Wochenendes wurde es noch einmal gemütlich: Gemeinsam backten wir einen Bananenkuchen nach einem mitgebrachten Rezept. Ein kleiner Moment der Normalität, der uns gutgetan hat. Nun lassen wir den Sonntag ruhig ausklingen – in dem Wissen, dass morgen wieder ein intensiver Arbeitstag auf uns wartet.

Dieses Wochenende hat uns nicht nur neue Energie geschenkt, sondern auch unseren Blick erweitert. Es sind genau diese Erfahrungen, die unseren Einsatz hier so wertvoll und nachhaltig machen.

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Der 5. Arbeitstag In Zambia

Auf der Strasse haben wir Kirchenchor Sängerinnen getroffen
Auf der Strasse haben wir Kirchenchor Sängerinnen getroffen
Alles wie in Europa: die Jungs spielen Fussball
Alles wie in Europa: die Jungs spielen Fussball
Der Sonnenuntergang in Zambia ist jeden Abend wunderschön
Der Sonnenuntergang in Zambia ist jeden Abend wunderschön
Die Köchin der Schule: Sie verpflegt uns immer mittags
Die Köchin der Schule: Sie verpflegt uns immer mittags
Ab und zu braucht es noch Kühe zum Helfen
Ab und zu braucht es noch Kühe zum Helfen
Der Bananenkuchen
Der Bananenkuchen

Fünfter Behandlungstag – Tempo, Grenzen und ein neues Verständnis von Dankbarkeit


Heute war unser fünfter Behandlungstag hier im Einsatz – und wir haben ein unglaubliches Tempo vorgelegt. Am Ende des Tages standen fast 40 Zahnentfernungen auf unserer Liste. Darunter waren auch einige schwierige Fälle, inklusive Weisheitszähne, die wir in Bern wahrscheinlich an einen Oralchirurgen überwiesen hätten. Doch hier gibt es diese Option schlichtweg nicht.

Die Realität ist: Die Menschen brauchen Hilfe. Also klären wir sie auf, sagen ehrlich, dass wir es versuchen – und dass es keine Garantie gibt. Es gibt keinen Plan B. Manchmal bedeutet das auch, jemanden wegzuschicken, weil man spürt, dass es die eigenen Möglichkeiten übersteigt. Das ist hart und geht nicht spurlos an einem vorbei. Aber heute haben wir viele Eingriffe gewagt, an unsere Grenzen gegangen – und am Ende ist alles gut gegangen. Trotzdem bleibt dieses Gefühl, wie nah man manchmal an diesen Grenzen arbeitet.


Am Vormittag gab es einen Moment, der mich nachdenklich gemacht hat. Man gibt alles, arbeitet 40 Minuten konzentriert an einem Patienten – und am Ende steht dieser einfach auf, ohne ein Wort des Dankes. Stattdessen wird noch die Hand aufgehalten und sich beschwert, dass es nur zwei Schmerztabletten gibt und nicht vier. Gerade wenn man weiß, dass die Behandlung kostenlos ist, kann das frustrierend sein.


Und doch wissen wir eigentlich: Die Menschen sind dankbar. Sie kommen von weit her, warten stundenlang im Garten auf ihre Behandlung. Die Dankbarkeit ist da – sie wird nur nicht gezeigt.


Unsere Köchin hat heute Mittag den Unterschied gemacht. Sie hat sich ein Herz gefasst und zu den Wartenden gesprochen: Sie sollen doch ihre Dankbarkeit zeigen. Und tatsächlich – am Nachmittag hat sich die Stimmung spürbar verändert. Plötzlich kam ein ehrliches, menschliches „Danke“.


Wir haben verstanden: Es ist keine Undankbarkeit. Es ist Respekt. Vielleicht sogar ein unsicherer, ängstlicher Respekt – ein Nichtwissen, wie man mit uns umgehen soll, wie man seine Dankbarkeit ausdrücken kann. Dieses Verständnis hat vieles verändert.


Ansonsten fühlt sich der Alltag hier fast wie „Und täglich grüßt das Murmeltier“ an: Jeden Tag Zähne ziehen, Instrumente sterilisieren, darauf achten, dass alles wieder einsatzbereit ist. Gleichzeitig versuchen wir, auch auf uns selbst zu achten – körperlich fit zu bleiben, den Abend zu genießen und die Zeit hier bewusst zu erleben.

Und trotz aller Anstrengung bleibt vor allem eines: die Freude darüber, helfen zu dürfen. Die gute Stimmung im Team. Und die Begegnungen mit den Menschen hier, die diese Zeit so besonders machen.


Ach ja – und der Bananenkuchen gestern war übrigens richtig gut. 🍌

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Zambia Arbeitstag 6 und 7

Milli bereitet alles für die Versiegelung vor
Milli bereitet alles für die Versiegelung vor
Vor der Schule schaue ich ein Schulheft an: ganz ähnlich wie in der Schweiz
Vor der Schule schaue ich ein Schulheft an: ganz ähnlich wie in der Schweiz
Apfelkuchen
Apfelkuchen


Die letzten beiden Arbeitstage lassen sich eigentlich ganz gut zusammenfassen: Es ist ein bisschen Alltag eingekehrt. Und auch wenn „nicht viel passiert“ ist, passiert gleichzeitig doch genau das, worum es hier geht.

Unsere Tage sind mittlerweile sehr eingespielt. Viele Extraktionen, dazu ein oder zwei Füllungen – ein Rhythmus, der sich jeden Tag wiederholt. Umso mehr haben wir uns heute darüber gefreut, endlich wieder ein paar Fissurenversiegelungen machen zu können. Auch das lief dann routiniert und fast schon im Fließbandmodus, damit wir möglichst vielen Patientinnen und Patienten helfen können.

Was sich aber spürbar verändert hat: die Atmosphäre. Seit Rhoda, unsere Köchin,die Leute aufgefordert hat sich zu bedanken, kommt dieses „Danke“ jetzt auch umso herzlicher von den Patienten. Und das fühlt sich ehrlich gesagt viel, viel schöner an als vorher. Es gibt uns allen unglaublich viel zurück.

Langsam wird uns bewusst, dass die Zeit hier bald vorbei ist – noch zwei Tage, dann geht es weiter in den Urlaub. Ein komisches Gefühl, weil wir uns gerade erst so richtig eingelebt haben.

Das heutige Highlight hatte allerdings nichts mit Zahnmedizin zu tun: Wir haben Apfelkuchen gebacken. Ich durfte unserer Köchin zeigen, wie man einen glutenfreien Apfelkuchen macht. Das Problem: Er war viel zu klein. Kaum fertig, wollten alle direkt ein zweites oder drittes Stück. Deshalb wird er morgen gleich nochmal gebacken – diesmal in doppelter Menge, damit wirklich alle etwas davon haben.

Personell waren wir heute etwas eingeschränkt, da Cécile noch krank ist. Wir haben daher nur mit der Krankenschwester und Mili gearbeitet. Aber unsere Abläufe funktionieren inzwischen so gut, dass wir trotzdem effizient arbeiten konnten, ohne dabei die Freude zu verlieren.

Eine kleine Abwechslung gab es dann am Nachmittag: Zum ersten Mal hat es ein paar Tropfen geregnet – wirklich nur ganz leicht, aber dennoch etwas Besonderes.

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Vorletzter Behandlungstag In Zambia

Die Schokolade Vorräte waren alle: ich bin ohne Bremse, Klingel und Licht zum nächsten Laden 5 km entfernt gefahren
Die Schokolade Vorräte waren alle: ich bin ohne Bremse, Klingel und Licht zum nächsten Laden 5 km entfernt gefahren


Vorletzter Tag in der Zahn Klinik– Zwischen Improvisation, Verantwortung und Schokoladenmission

Heute ist tatsächlich schon der vorletzte Tag unseres Einsatzes in zambu. Ein seltsames Gefühl – einerseits sind wir noch mitten im Geschehen, andererseits schwingt bereits der Abschied mit.

Der Alltag hier bleibt intensiv. Nach wie vor arbeiten wir grösstenteils zu zweit, was die Tage nicht gerade leichter macht. Umso mehr hat es uns heute gefreut, dass es Mili nach einem kurzen Durchhänger schnell wieder besser ging. Sie hatte mit Magenproblemen zu kämpfen, bekam jedoch von Einheimischen ein lokales Kraut zum Kauen – und erstaunlicherweise wirkte es fast sofort. Was genau es war, wissen wir nicht, aber die Wirkung war beeindruckend. Solche Momente zeigen immer wieder, wie spannend und wirkungsvoll traditionelle Medizin sein kann, auch wenn sie uns fremd ist.

Neben solchen kleinen Lichtblicken beschäftigen uns zunehmend ernstere Gedanken: Was passiert nach unserer Abreise? Bisher hatten wir drei Komplikationen – allesamt entzündete Wunden. Angesichts der Vielzahl an Eingriffen und der eingeschränkten hygienischen Bedingungen ist das fast schon erstaunlich wenig. Trotzdem bleibt ein mulmiges Gefühl.

Viele der Operationen sind deutlich invasiver, als man es vielleicht erwarten würde. Oft müssen wir viel Knochen entfernen. In der Schweiz wären solche Eingriffe standardmässig mit Antibiotika und desinfizierenden Spüllösungen abgesichert – hier fehlt dieser Luxus. Wir geben unser Bestes unter den gegebenen Umständen, aber der Unterschied zu den gewohnten Standards ist gross und manchmal schwer auszublenden.

Umso wichtiger war es uns, die Nachversorgung zu regeln. Glücklicherweise konnten wir mit dem Krankenhaus nebenan eine gute Lösung finden. Sie wurden bereits vor einer Woche von uns mit Antibiotika ausgestattet und sind bereit, im Bedarfsfall einzuspringen. Das gibt uns zumindest etwas Sicherheit für die Zeit nach unserer Abreise.

Zwischen all der Arbeit versuchen wir aber auch, kleine Inseln der Normalität zu schaffen. Dazu gehört mittlerweile auch unser Backprojekt. Heute stand ein Schokoladenkuchen auf dem Programm, gemeinsam mit unserer Köchin Roda. Und ja – er war ein voller Erfolg. Abends beim gemeinsamen Probieren, inklusive unserer beiden Nachtwächter, war die Stimmung entsprechend gut.

Weniger erfreulich war die Entdeckung, dass unsere Schokoladenvorräte komplett aufgebraucht waren. Ein Zustand, den wir nicht akzeptieren konnten. Also machte ich mich auf den Weg – knapp fünf Kilometer bis zum nächsten Supermarkt.

Das Fahrrad hätte in Europa wohl keine einzige Sicherheitsprüfung überstanden: keine Bremsen, kein Licht, keine Klingel. Aber es fuhr – irgendwie. Der Weg auf unserer Landstrasse war noch harmlos, doch auf der Hauptstrasse wurde es spannend. Diese ist eine zentrale Nord-Süd-Verbindung durch Afrika, entsprechend dicht ist der Verkehr mit grossen Trucks. Ohne Bremsen dazwischen unterwegs zu sein, war… sagen wir: abenteuerlich. Aber was tut man nicht alles für Schokolade und ein funktionierendes Team.

Jetzt neigt sich der Tag dem Ende zu. Morgen steht noch einmal ein voller Arbeitstag an – ein letztes Mal Zähne ziehen, bevor wir uns langsam auf den Rückweg machen.

Ein bisschen Wehmut ist schon dabei. Aber noch sind wir hier – und noch ist nicht Schluss.

Raupen zum Mittagessen
Raupen zum Mittagessen
Schoko Kuchen
Schoko Kuchen
Kuchen Projekt
Kuchen Projekt
Unsere Patienten sehen wir auch ausserhalb der Klinik
Unsere Patienten sehen wir auch ausserhalb der Klinik
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Letzter Arbeitstag und Endspurt

Wow, wir haben es geschafft
Wow, wir haben es geschafft
Hier bringen die Patienten Mais und Zucker Rohr als Merci
Hier bringen die Patienten Mais und Zucker Rohr als Merci
Letzter Abend
Letzter Abend


Gestern war unser letzter Behandlungstag hier in Sambia. Ein Tag, der uns allen noch einmal gezeigt hat, warum wir hier sind – und gleichzeitig, wie schwer es ist, wieder zu gehen.

Schon am Morgen lag eine besondere Stimmung in der Luft. Wir wussten: Es ist das letzte Mal, dass wir hier gemeinsam behandeln, das letzte Mal, dass wir unsere improvisierten Behandlungsplätze aufbauen, das letzte Mal, dass wir versuchen, in kurzer Zeit so vielen Menschen wie möglich zu helfen.

Ein Moment hat sich dabei besonders eingebrannt. Wir haben ein achtjähriges Mädchen behandelt. Ihren ersten großen Backenzahn hat sie mit etwa sechs Jahren bekommen – und dieser war bereits von einer massiven Karies zerstört. Uns war sofort klar: Wenn wir heute nichts tun, wird dieser Zahn verloren gehen. Also haben wir alles gegeben und eine große Füllung gelegt – im Wissen, dass dies ihre einzige Chance ist, diesen Zahn zu behalten. Es war einer dieser Momente, in denen einem die Realität hier mit voller Wucht bewusst wird. Mir standen die Tränen in den Augen.

Doch nicht nur solche Situationen haben uns bewegt. Eine etwa 60-jährige Patientin hat sich mit einer Dankbarkeit bei uns verabschiedet, die kaum in Worte zu fassen ist. Sie hatte Tränen in den Augen – und ehrlich gesagt: Wir auch. Diese Begegnungen bleiben.

Am Nachmittag waren wir eigentlich längst am Ende unserer Kräfte. Jeder Handgriff fiel schwerer, die Konzentration ließ nach. Und trotzdem: Draußen warteten noch vier Patienten. Wir wussten, dass erst in etwa sechs Wochen wieder ein zahnärztliches Team vor Ort sein wird. Also haben wir weitergemacht. Noch ein Patient. Und noch einer.

Es war bereits nach 16 Uhr – eigentlich der Zeitpunkt, an dem wir den Tag beenden müssten. Aber wir konnten sie nicht wegschicken.

Mit letzter Kraft haben wir auch diese Patienten behandelt. Es war nicht leicht, sich noch einmal so zu fokussieren, aber wir haben es geschafft. Gemeinsam.

Wenn man am Ende auf die Zahlen schaut, wird einem erst richtig bewusst, was passiert ist. Ich war die einzige Zahnärztin vor Ort – und jeder einzelne gezogene Zahn, jede Behandlung, jede Entscheidung lag in meiner Verantwortung. Allein dieser Gedanke ist überwältigend. Und gleichzeitig zeigt er, was wir als Team geleistet haben. Ohne die Unterstützung meiner Assistenz wäre das niemals möglich gewesen.

Wir verlassen die Klinik mit gemischten Gefühlen. Mit Dankbarkeit, mit Stolz – aber auch mit einer gewissen Traurigkeit. Denn so sehr wir uns angestrengt haben: Es fühlt sich an wie ein Tropfen auf den heißen Stein. Selbst wenn wir jedes Jahr mehrere Wochen hier wären, würde der Bedarf die Möglichkeiten weiterhin übersteigen.

Und genau deshalb haben wir begonnen, weiterzudenken.

Noch gestern haben wir mit den Verantwortlichen der Schule vor Ort gesprochen und eine Idee entwickelt, die nachhaltiger wirken kann: Als Zahnarztpraxis Zahninsel möchten wir die Kinder regelmäßig mit Zahnbürsten, Zahnpasta und Zahnpflege-Sets versorgen. Gemeinsam mit den Lehrern soll sichergestellt werden, dass die Kinder mindestens einmal täglich ihre Zähne putzen.

Ein einfaches System – aber eines, das langfristig einen echten Unterschied machen kann. Ähnliche Programme funktionieren auch in Deutschland und der Schweiz sehr gut, wenn Schulen aktiv eingebunden sind. Genau hier setzen wir an: Prävention statt ausschließlich Behandlung.

So gehen wir mit dem Gefühl, nicht alles lösen zu können – aber zumindest einen kleinen, nachhaltigen Beitrag zu leisten.

Nach dem Aufräumen haben wir den Tag gemeinsam ausklingen lassen und auf unseren Einsatz angestoßen. Auf all die Begegnungen, die Herausforderungen und das, was wir gemeinsam geschafft haben.

Jetzt beginnt für uns ein neuer Abschnitt: Wir werden noch ein wenig reisen, zur Ruhe kommen und das Erlebte verarbeiten.

Aber eines ist sicher – ein Teil von uns bleibt hier.

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Ankunft in Zambia

Ein besonderes Osterabenteuer: Unser Einsatz in Sambia beginnt


Liebe Patientinnen und Patienten, liebe Familien und Freunde der Zahninsel,


dieses Osterfest ist für uns ein ganz besonderes: Während viele von Ihnen die Feiertage im Kreise Ihrer Liebsten verbringen, haben sich unsere Zahnärztin Nora Oelbermann und unsere Dentalassistentin Milica Pawicevic auf den Weg nach Afrika gemacht – genauer gesagt nach Kabwe in Sambia. Dort werden sie in den kommenden zwei Wochen Teil eines zahnärztlichen Hilfsprojekts sein.


Eine lange Reise mit spannenden Eindrücken


Gestartet sind wir am Ostersonntagabend – und nach einer intensiven, fast 24-stuendigen Reise schliesslich gut in Kabwe angekommen. Nach einem angenehmen Flug ging es fuer uns noch weitere dreieinhalb Stunden Richtung Norden. Normalerweise dauert diese Strecke etwa zwei Stunden, doch aktuell sorgen zahlreiche Baustellen fuer Verzoegerungen: Die bisher einspurige Strasse wird auf vier Spuren erweitert – ein grosses Infrastrukturprojekt, das deutlich sichtbar voranschreitet.


Auffaellig war entlang der Strecke auch der starke chinesische Einfluss: Immer wieder konnten wir grosse Bauprojekte und Industrieanlagen entdecken, darunter eine riesige Fabrik zur Herstellung von Autobatterien.


Ankunft mit Ueberraschungseffekt


In Kabwe angekommen, waren wir ehrlich gesagt positiv ueberrascht: Unsere Unterkunft hat einen sehr guten Standard. Jede von uns hat ein eigenes Zimmer mit einem grossen, modernen und aeusserst bequemen Bett. Warmes Wasser ist ebenfalls vorhanden – ein Luxus, den wir so nicht unbedingt erwartet haetten.


Ein besonderes Highlight: Fuer uns wurde sogar eine Koechin angestellt, die uns abends bekocht. Die Mahlzeiten sind nicht nur lecker, sondern auch mit viel Liebe zubereitet – uns werden hier wirklich alle Wuensche von den Augen abgelesen.


Erste Einblicke in die „Zahnklinik“


Natuerlich haben wir es uns nicht nehmen lassen, bereits einen ersten Blick in unsere Arbeitsumgebung zu werfen. Die „Zahnklinik“ ist ein kleines Haeuschen mit zwei Behandlungszimmern. Zusaetzlich gibt es einen Arbeitsplatz fuer einen Zahntechniker, sodass wir vor Ort auch zahntechnische Arbeiten durchfuehren koennen.

Trotz der einfachen Struktur sind die hygienischen Bedingungen gut, sodass wir hier optimal arbeiten und helfen koennen.


Unser Team vor Ort


Neben Nora und Milica sind noch weitere engagierte Helferinnen und Helfer dabei:

Cecil, eine weitere Dentalassistentin aus Deutschland

Manuel, unser Zahntechniker


Gemeinsam sind wir im Rahmen der Organisation Dental Solidarity Without Limits Foundation (DWLF) unterwegs, die solche Einsaetze moeglich macht und koordiniert.


Vorbereitung vor dem Start


Morgen ist hier ein Feiertag, was uns die Moeglichkeit gibt, alles in Ruhe vorzubereiten. Wir werden die Behandlungsraeume einrichten, Materialien sortieren und noch fehlende Dinge auf dem lokalen Markt besorgen.

Dann kann es losgehen – und wir freuen uns sehr darauf, in den kommenden Tagen moeglichst vielen Menschen helfen zu koennen.

Wir halten Sie natuerlich weiter auf dem Laufenden!

Herzliche Gruesse aus Sambia

Ihr Zahninsel-Team 🦷🌍

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Tag 2: Alles vorbereiten für unsere Patienten

Auf dem Markt
Auf dem Markt
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Zambia Tag 3

Hier wird für die Kinder der Schule und uns gekocht
Hier wird für die Kinder der Schule und uns gekocht
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Zambia Tag 4: Es geht voran

Mittagessen
Mittagessen
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Tag 5 in Zambia: Körperliche Grenzen

Die Kinder werden für die Fissurenversiegelung vorbereitet, in dem alles erklärt wird
Die Kinder werden für die Fissurenversiegelung vorbereitet, in dem alles erklärt wird
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Zambia Tag 6: Endspurt vorm Wochenende

Unsere Leistung von den ersten 4 Tagen
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Wochenende in Zambia

Wir haben noch viel zu lernen
Wir haben noch viel zu lernen
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Der 5. Arbeitstag In Zambia

Auf der Strasse haben wir Kirchenchor Sängerinnen getroffen
Auf der Strasse haben wir Kirchenchor Sängerinnen getroffen
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Zambia Arbeitstag 6 und 7

Milli bereitet alles für die Versiegelung vor
Milli bereitet alles für die Versiegelung vor
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Vorletzter Behandlungstag In Zambia

Die Schokolade Vorräte waren alle: ich bin ohne Bremse, Klingel und Licht zum nächsten Laden 5 km entfernt gefahren
Die Schokolade Vorräte waren alle: ich bin ohne Bremse, Klingel und Licht zum nächsten Laden 5 km entfernt gefahren


Vorletzter Tag in der Zahn Klinik– Zwischen Improvisation, Verantwortung und Schokoladenmission

Heute ist tatsächlich schon der vorletzte Tag unseres Einsatzes in zambu. Ein seltsames Gefühl – einerseits sind wir noch mitten im Geschehen, andererseits schwingt bereits der Abschied mit.

Der Alltag hier bleibt intensiv. Nach wie vor arbeiten wir grösstenteils zu zweit, was die Tage nicht gerade leichter macht. Umso mehr hat es uns heute gefreut, dass es Mili nach einem kurzen Durchhänger schnell wieder besser ging. Sie hatte mit Magenproblemen zu kämpfen, bekam jedoch von Einheimischen ein lokales Kraut zum Kauen – und erstaunlicherweise wirkte es fast sofort. Was genau es war, wissen wir nicht, aber die Wirkung war beeindruckend. Solche Momente zeigen immer wieder, wie spannend und wirkungsvoll traditionelle Medizin sein kann, auch wenn sie uns fremd ist.

Neben solchen kleinen Lichtblicken beschäftigen uns zunehmend ernstere Gedanken: Was passiert nach unserer Abreise? Bisher hatten wir drei Komplikationen – allesamt entzündete Wunden. Angesichts der Vielzahl an Eingriffen und der eingeschränkten hygienischen Bedingungen ist das fast schon erstaunlich wenig. Trotzdem bleibt ein mulmiges Gefühl.

Viele der Operationen sind deutlich invasiver, als man es vielleicht erwarten würde. Oft müssen wir viel Knochen entfernen. In der Schweiz wären solche Eingriffe standardmässig mit Antibiotika und desinfizierenden Spüllösungen abgesichert – hier fehlt dieser Luxus. Wir geben unser Bestes unter den gegebenen Umständen, aber der Unterschied zu den gewohnten Standards ist gross und manchmal schwer auszublenden.

Umso wichtiger war es uns, die Nachversorgung zu regeln. Glücklicherweise konnten wir mit dem Krankenhaus nebenan eine gute Lösung finden. Sie wurden bereits vor einer Woche von uns mit Antibiotika ausgestattet und sind bereit, im Bedarfsfall einzuspringen. Das gibt uns zumindest etwas Sicherheit für die Zeit nach unserer Abreise.

Zwischen all der Arbeit versuchen wir aber auch, kleine Inseln der Normalität zu schaffen. Dazu gehört mittlerweile auch unser Backprojekt. Heute stand ein Schokoladenkuchen auf dem Programm, gemeinsam mit unserer Köchin Roda. Und ja – er war ein voller Erfolg. Abends beim gemeinsamen Probieren, inklusive unserer beiden Nachtwächter, war die Stimmung entsprechend gut.

Weniger erfreulich war die Entdeckung, dass unsere Schokoladenvorräte komplett aufgebraucht waren. Ein Zustand, den wir nicht akzeptieren konnten. Also machte ich mich auf den Weg – knapp fünf Kilometer bis zum nächsten Supermarkt.

Das Fahrrad hätte in Europa wohl keine einzige Sicherheitsprüfung überstanden: keine Bremsen, kein Licht, keine Klingel. Aber es fuhr – irgendwie. Der Weg auf unserer Landstrasse war noch harmlos, doch auf der Hauptstrasse wurde es spannend. Diese ist eine zentrale Nord-Süd-Verbindung durch Afrika, entsprechend dicht ist der Verkehr mit grossen Trucks. Ohne Bremsen dazwischen unterwegs zu sein, war… sagen wir: abenteuerlich. Aber was tut man nicht alles für Schokolade und ein funktionierendes Team.

Jetzt neigt sich der Tag dem Ende zu. Morgen steht noch einmal ein voller Arbeitstag an – ein letztes Mal Zähne ziehen, bevor wir uns langsam auf den Rückweg machen.

Ein bisschen Wehmut ist schon dabei. Aber noch sind wir hier – und noch ist nicht Schluss.

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Letzter Arbeitstag und Endspurt

Wow, wir haben es geschafft
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