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Der 5. Arbeitstag In Zambia

Auf der Strasse haben wir Kirchenchor Sängerinnen getroffen
Auf der Strasse haben wir Kirchenchor Sängerinnen getroffen
Alles wie in Europa: die Jungs spielen Fussball
Alles wie in Europa: die Jungs spielen Fussball
Der Sonnenuntergang in Zambia ist jeden Abend wunderschön
Der Sonnenuntergang in Zambia ist jeden Abend wunderschön
Die Köchin der Schule: Sie verpflegt uns immer mittags
Die Köchin der Schule: Sie verpflegt uns immer mittags
Ab und zu braucht es noch Kühe zum Helfen
Ab und zu braucht es noch Kühe zum Helfen
Der Bananenkuchen
Der Bananenkuchen

Fünfter Behandlungstag – Tempo, Grenzen und ein neues Verständnis von Dankbarkeit


Heute war unser fünfter Behandlungstag hier im Einsatz – und wir haben ein unglaubliches Tempo vorgelegt. Am Ende des Tages standen fast 40 Zahnentfernungen auf unserer Liste. Darunter waren auch einige schwierige Fälle, inklusive Weisheitszähne, die wir in Bern wahrscheinlich an einen Oralchirurgen überwiesen hätten. Doch hier gibt es diese Option schlichtweg nicht.

Die Realität ist: Die Menschen brauchen Hilfe. Also klären wir sie auf, sagen ehrlich, dass wir es versuchen – und dass es keine Garantie gibt. Es gibt keinen Plan B. Manchmal bedeutet das auch, jemanden wegzuschicken, weil man spürt, dass es die eigenen Möglichkeiten übersteigt. Das ist hart und geht nicht spurlos an einem vorbei. Aber heute haben wir viele Eingriffe gewagt, an unsere Grenzen gegangen – und am Ende ist alles gut gegangen. Trotzdem bleibt dieses Gefühl, wie nah man manchmal an diesen Grenzen arbeitet.


Am Vormittag gab es einen Moment, der mich nachdenklich gemacht hat. Man gibt alles, arbeitet 40 Minuten konzentriert an einem Patienten – und am Ende steht dieser einfach auf, ohne ein Wort des Dankes. Stattdessen wird noch die Hand aufgehalten und sich beschwert, dass es nur zwei Schmerztabletten gibt und nicht vier. Gerade wenn man weiß, dass die Behandlung kostenlos ist, kann das frustrierend sein.


Und doch wissen wir eigentlich: Die Menschen sind dankbar. Sie kommen von weit her, warten stundenlang im Garten auf ihre Behandlung. Die Dankbarkeit ist da – sie wird nur nicht gezeigt.


Unsere Köchin hat heute Mittag den Unterschied gemacht. Sie hat sich ein Herz gefasst und zu den Wartenden gesprochen: Sie sollen doch ihre Dankbarkeit zeigen. Und tatsächlich – am Nachmittag hat sich die Stimmung spürbar verändert. Plötzlich kam ein ehrliches, menschliches „Danke“.


Wir haben verstanden: Es ist keine Undankbarkeit. Es ist Respekt. Vielleicht sogar ein unsicherer, ängstlicher Respekt – ein Nichtwissen, wie man mit uns umgehen soll, wie man seine Dankbarkeit ausdrücken kann. Dieses Verständnis hat vieles verändert.


Ansonsten fühlt sich der Alltag hier fast wie „Und täglich grüßt das Murmeltier“ an: Jeden Tag Zähne ziehen, Instrumente sterilisieren, darauf achten, dass alles wieder einsatzbereit ist. Gleichzeitig versuchen wir, auch auf uns selbst zu achten – körperlich fit zu bleiben, den Abend zu genießen und die Zeit hier bewusst zu erleben.

Und trotz aller Anstrengung bleibt vor allem eines: die Freude darüber, helfen zu dürfen. Die gute Stimmung im Team. Und die Begegnungen mit den Menschen hier, die diese Zeit so besonders machen.


Ach ja – und der Bananenkuchen gestern war übrigens richtig gut. 🍌

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