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Zambia Tag 3

Hier wird für die Kinder der Schule und uns gekocht
Hier wird für die Kinder der Schule und uns gekocht
Ganz traditionell wird mit Fingern gegessen: Soja, Mais und feines Gemüse
Ganz traditionell wird mit Fingern gegessen: Soja, Mais und feines Gemüse
Jeder möchte mit uns Kontakt aufnehmen
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Tag 3 unseres Einsatzes – Wenn Theorie auf Realität trifft


Heute sind wir in den dritten Tag unseres Einsatzes gestartet – und es war der erste Tag, an dem die Behandlungen tatsächlich begonnen haben. 

Nach zwei Tagen der Vorbereitung, Organisation und ersten Eindrücke ging es nun endlich in die praktische Arbeit. Und dieser Tag hat uns auf vielen Ebenen gefordert.


Am Vormittag hatten wir die Möglichkeit, einige Kinder aus der benachbarten Schule zu untersuchen und zu behandeln. Dabei konnten wir bei mehreren Kindern dringend notwendige Versiegelungen durchführen, um beginnende Karies auf den Kauflächen zu stoppen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Eigentlich handelt es sich dabei um eine einfache, routinemäßige Maßnahme – zumindest unter den Bedingungen, die wir aus der Schweiz kennen.

Hier zeigte sich jedoch schnell eine große Herausforderung: die Angst der Kinder. Viele von ihnen waren sehr verunsichert, teilweise regelrecht verängstigt, und die Kommunikation gestaltete sich schwierig. Es wurde deutlich, wie wertvoll die präventive Arbeit ist, die wir von zu Hause kennen – etwa separate Termine, bei denen Prophylaxeassistentinnen den Kindern in Ruhe alles erklären und Vertrauen aufbauen. So gelingt es uns normalerweise, bereits Sechsjährige spielerisch und ohne Druck zu behandeln. Hier hingegen mussten wir neunjährige Kinder teilweise lange überzeugen, um eine eigentlich unkomplizierte Behandlung durchführen zu können. Was bei uns etwa 20 Minuten dauert, entwickelte sich hier schnell zu einer halbstündigen Herausforderung.


Auch technisch sind wir heute an unsere Grenzen gestoßen. Nach dem ersten „Testlauf“ mit den zahnärztlichen Einheiten und Instrumenten wurde uns klar, wie sehr wir uns normalerweise auf funktionierende Geräte verlassen können. Hier kommt Wasser aus Instrumenten, wo keines sein sollte – und dort, wo es benötigt wird, bleibt es aus. Die Behandlungsstühle sind alles andere als ergonomisch, sodass wir die meisten Eingriffe im Stehen durchführen mussten. Das ist nicht nur ungewohnt, sondern auch körperlich extrem anstrengend.


Neben den Kindern haben wir auch viele erwachsene Patienten behandelt. Insgesamt mussten wir heute zwölf Zähne extrahieren. Dabei zeigte sich, dass viele Zähne noch sehr fest im Knochen verankert sind und oft nur in Einzelteilen entfernt werden können. Eingriffe, die in unserer Praxis mit gut funktionierenden Geräten zwar anspruchsvoll, aber effizient durchführbar sind, dauern hier deutlich länger. Statt etwa 20 Minuten pro Zahn benötigen wir schnell 40 bis 50 Minuten – und das bei gleichzeitig deutlich höherer körperlicher Belastung.


Am Ende des Tages sind wir alle erschöpft – körperlich und mental. Wir haben unser Bestes gegeben, ununterbrochen gearbeitet und dennoch das Gefühl, nur einen kleinen Beitrag geleistet zu haben. Der Gedanke, dass mit besserer Ausstattung und unter anderen Bedingungen viel mehr möglich gewesen wäre, lässt uns nicht los.


Besonders schwer fällt uns, dass wir heute acht Patienten wieder nach Hause schicken mussten, ohne sie behandeln zu können. Viele von ihnen sind von weit her angereist. Selbst bei den Patienten, die wir behandeln konnten, blieb oft mehr zu tun übrig: zusätzliche schmerzende Zähne, fortgeschrittene Karies – Behandlungen, für die uns schlicht die Zeit fehlte. Mit etwa einer Stunde pro Patient und einer langen Warteschlange vor der Tür mussten wir Entscheidungen treffen, die uns nicht leicht gefallen sind.


Heute war ein Tag, der uns gezeigt hat, wie groß der Bedarf ist – und wie begrenzt unsere Möglichkeiten sind. Es fühlt sich ein wenig an wie ein Tropfen auf den heißen Stein.


Jetzt heißt es erstmal: durchatmen, den Tag verarbeiten und neue Energie sammeln. Wir freuen uns auf ein gemeinsames Abendessen – und darauf, morgen mit neuer Kraft weiterzumachen.

Unser Fitnessstudio
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