Knirscherschiene Bern – Hilfe bei Zähneknirschen, Schmerzen und Kieferproblemen
Knirscherschiene Bern
Zähneknirschen ist weit verbreitet und betrifft viele Patienten unbemerkt im Schlaf. Beim nächtlichen Knirschen und Zusammenpressen wirken enorme Kräfte auf Zähne, Kiefer und Kiefergelenke. Die
Folgen reichen von Abnutzung der Zahnsubstanz über Muskelschmerzen bis zu Kiefergelenksstörungen, Nacken- und Kopfschmerzen. Eine individuell angefertigte Knirscherschiene bietet hier wirksame
Hilfe. In Bern wird dafür häufig die bewährte Michigan-Schiene eingesetzt.
Was ist eine Knirscherschiene bzw. Michigan-Schiene?
Die Knirscherschiene, auch Michigan-Schiene, Michigan Schiene oder Aufbissschiene genannt, ist eine harte Zahnschiene aus Kunststoff. Sie wird präzise an Gebiss, Einbiss, Oberkiefer oder
Unterkiefer angepasst. Ziel ist es, das direkte Aufeinanderpressen der Zähne zu verhindern, die Kaumuskulatur und die Kiefermuskulatur zu entlasten und die Kiefergelenke zu harmonisieren. Die
spezielle Form sorgt für eine gleichmäßige Kau-Belastung und eine funktionelle Eckzahnführung.
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Zähneknirschen (Bruxismus) – Ursachen, Symptome und Folgen
Bruxismus entsteht häufig durch Stress, Schlafstörungen, innere Anspannung oder funktionelle Störungen im Kausystem. Typische Symptome sind Schmerzen im Kiefer, Muskelschmerzen, Verspannungen im
Nacken, Kopfschmerzen, Druckgefühl im Kopf sowie Abnutzung der Zähne.
Langfristig kann Zähneknirschen zu erheblichen Schäden führen: Verlust von Zahnsubstanz, Risse in den Zähnen, keilförmige Defekte, Verlust der Bisshöhe, Störungen im Kiefergelenk, Erkrankungen
der Muskulatur und anhaltende Beschwerden.
Wirkungsweise der Michigan-Schiene
Die Michigan-Schiene wirkt auf mehreren Ebenen gleichzeitig:
Schutz der Zähne
Die Schiene aus Kunststoff wirkt als Schutzschicht und verhindert weitere Abnutzung der Zahnsubstanz durch Knirschen und Aufeinanderpressen.
Entlastung der Muskulatur
Durch die leichte Veränderung des Bisses kommt es zur Entspannung der Kaumuskulatur, der Kiefermuskulatur und der Kopfmuskulatur. Verspannungen, Muskelschmerzen und Nackenschmerzen werden
deutlich reduziert.
Harmonisierung der Kiefergelenke
Die Kiefergelenke werden entlastet, funktionelle Störungen reduziert und die natürliche Bewegung des Kiefers stabilisiert.
Neuromuskuläre Wirkung
Das gewohnte Verzahnungsmuster wird unterbrochen, das reflexartige Zusammenpressen abgeschwächt.
Arten von Zahnschienen
Es gibt verschiedene Arten von Schienen:
harte Modelle wie die Michigan-Schiene bei starkem Bruxismus
spezielle Modelle bei Kieferfehlstellungen
Welche Form sinnvoll ist, hängt vom individuellen Fall, den Beschwerden und dem Einsatz ab. Ein Vergleich durch den Zahnarzt ist entscheidend.
Herstellung der Knirscherschiene über einen Abdruck
Herstellung der Knirscherschiene
Die Herstellung erfolgt über einen Abdruck oder digitalen Scan des Gebiss sowie eine präzise Bissnahme (Einbiss). Daraus fertigt der Zahntechniker die Zahnschiene. Nach dem Einsetzen folgen
Nachkontrollen und gegebenenfalls eine weitere Sitzung zur Feinjustierung.
Oberkiefer oder Unterkiefer – wo wird die Schiene getragen?
In der Regel wird die Knirscherschiene im Oberkiefer getragen. In bestimmten Umständen, etwa bei starkem Würgereiz, kann sie auch im Unterkiefer eingesetzt werden.
Behandlung, Einsatz und Tragedauer
Die Behandlung erfolgt meist nachts im Schlaf. In schweren Fällen kann die Schiene auch tagsüber getragen werden. Ziel ist die nachhaltige Entlastung von Zähnen, Kiefer, Muskeln und
Kiefergelenken sowie der Schutz vor weiteren Schäden.
Schmerzen, Beschwerden und Linderung
Viele Patienten berichten über deutliche Linderung von Kieferschmerzen, Muskelschmerzen, Verspannungen, Nackenschmerzen, Kopfschmerzen und Schlafstörungen. Die Knirschschiene unterstützt die
natürliche Regeneration des Körpers.
Kosten der Knirscherschiene in Bern
Die Kosten hängen von Aufwand, Modellen, Material, Einbiss, Nachkontrollen und Einsatzbereich ab. Zusatzversicherungen in der Schweiz übernehmen je nach Tarif einen Teil der Kosten. Ihr Zahnarzt
in Bern berät Sie individuell.
Infografik Zusammenhänge Bruxismus und Zähneknirschen
Detail - Infografik Zusammenhänge Bruxismus und Zähneknirschen
Mögliche Folgen von Bruxismus & Zähneknirschen:
Cracked Tooth Syndrome (CTS)
Das Cracked Tooth Syndrome bezeichnet eine teilweise, oft unsichtbare Fraktur eines Zahns, die bis ins Dentin (weichere Schicht unter dem Schmelz) oder sogar in die Pulpa (Nerv) reichen kann.
Typische Symptome sind Schmerzen beim Kauen, besonders beim Lösen des Bisses, und Empfindlichkeit gegenüber heissen und kalten Speisen. Die Behandlung kann von einfachen Füllungen bis hin zu
Kronen oder Wurzelbehandlungen reichen, je nach Schwere der Fraktur. Wenn ein Riss bis weit unter das Zahnfleisch reicht kann es sein, dass ein Zahn sogar gezogen werden muss.
Zähne betroffen von Cracked Tooth Syndrome (CTS)
Attrition und Verlust der Bisshöhe
Attrition ist der mechanische Verschleiss der Zahnsubstanz durch direkten Zahnkontakt, oft verursacht durch nächtliches Zähneknirschen. Dieser Verschleiss führt zu einem allmählichen Verlust der
Zahnstruktur, besonders an den Kauflächen der Zähne. Mit der Zeit kann dies zu einem signifikanten Verlust der Bisshöhe führen, was bedeutet, dass der vertikale Abstand zwischen dem Ober- und
Unterkiefer verringert wird.
Zähne betroffen von Cracked Tooth Syndrome (CTS)
Keilförmige Defekte
Keilförmige Defekte sind nicht-kariöse Läsionen am Zahnhals, die durch mechanische und chemische Einflüsse entstehen. Diese Defekte haben eine charakteristische keilförmige Form. Durch
Überbelastung werden Zahnpartikel rausgebrochen. Als Folge sind diese Bereiche oft empfindlich. Langfristig können Füllungen in dem Bereich hilfreich sein. Allerdings lösen Füllungen die Ursache
der Defekte nicht.
Möchten Sie es noch genauer wissen? Nachfolgend unsere FAQ zu diesem Thema:
Wie funktioniert die Schiene? Was leistet die Schiene genau? Bildet sie "nur" einen Schutz gegen Abrieb?
1. Die mechanische Schutzfunktion („Der Puffer“)
Opfermaterial: Beim Knirschen wirken enorme Kräfte (bis zu 400–800 Newton, viel mehr als beim Kauen). Die Schiene dient als „Opfer“: Statt dass du deinen kostbaren
Zahnschmelz oder teuren Zahnersatz (Kronen, Veneers) zerreibst, nutzt sich der Kunststoff der Schiene ab. Die Knirscherschiene schützt so die Zähne effektiv vor Abnutzung und
verhindert Schäden, die durch nächtliches Zähneknirschen entstehen können.
Verhinderung von Rissen: Sie verhindert, dass die Zähne direkt aufeinanderprallen, was die Entstehung oder Verschlimmerung des Cracked-Tooth-Syndroms (Risse im Zahn)
und der keilförmigen Defekte (durch Biegebelastung am Zahnhals) stoppt.
2. Die neuromuskuläre Umprogrammierung („Der Muskel-Entspanner“)
Aufhebung des „Biss-Gedächtnisses“: Dein Gehirn kennt genau das Profil deiner Zähne. Wenn Ober- und Unterkiefer perfekt ineinandergreifen (Verzahnung), feuern die
Rezeptoren „Kontakt!“. Das triggert bei Knirschern oft unbewusst das feste Zusammenbeißen. Die Schiene hat eine glatte Oberfläche. Sie „löscht“ dieses feine Tastmuster. Der Kiefer
findet keine Rillen mehr zum Einrasten und „sucht“ nicht mehr so aggressiv.
Dehnung der Muskulatur: Die Schiene erhöht den Biss minimal (ein paar Millimeter). Dadurch werden die verkürzten Kaumuskeln leicht gedehnt, was ihren Tonus (die
Grundspannung) senkt. Zusätzlich hilft die Knirscherschiene, die Kopfmuskulatur zu entlasten und Muskelschmerzen im Kiefer-, Nacken- und Kopfbereich zu lindern.
3. Entlastung des Kiefergelenks
Zentrik: Eine gut eingestellte Michigan-Schiene bringt den Unterkiefer in eine neutrale, entspannte Position (die sogenannte „zentrische Relation“). Die Schiene wird
auch bei Kieferfehlstellungen eingesetzt und trägt zur Harmonisierung der Kiefergelenkposition bei, indem sie hilft, muskuläre Verspannungen zu lösen und Beschwerden durch
Fehlstellungen zu lindern.
Dekompression: Ohne Schiene wird der Gelenkkopf beim Knirschen oft stark in die Gelenkgrube gepresst, was Knorpel und Diskus schädigt. Die Schiene wirkt wie ein
Distanzhalter, der den Druck aus dem Gelenk nimmt.
4. Die biomechanische Schutzreflex-Funktion (ganz wichtig!)
Eine Michigan-Schiene wird meist so eingeschliffen, dass sie eine sogenannte Eckzahnführung simuliert.
Der Trick: Wenn du mit der Schiene im Mund den Kiefer zur Seite bewegst, berühren sich nur die Eckzähne auf der Schiene; die Backenzähne haben sofort keinen Kontakt
mehr. Die Schiene verhindert dabei das übermässige Zusammenpressen und Aufeinanderpressen der Zähne während des Kauens und entlastet so die Kaumuskulatur.
Der Reflex: Sobald nur die Eckzähne Kontakt haben, schaltet das Nervensystem reflexartig die starken Kauschliessmuskeln (Masseter) ab oder reduziert deren Kraft
drastisch. Das schützt die Seitenzähne vor extrem schädlichen horizontalen Scherkräften.
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