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Vorletzter Behandlungstag In Zambia

Die Schokolade Vorräte waren alle: ich bin ohne Bremse, Klingel und Licht zum nächsten Laden 5 km entfernt gefahren
Die Schokolade Vorräte waren alle: ich bin ohne Bremse, Klingel und Licht zum nächsten Laden 5 km entfernt gefahren


Vorletzter Tag in der Zahn Klinik– Zwischen Improvisation, Verantwortung und Schokoladenmission

Heute ist tatsächlich schon der vorletzte Tag unseres Einsatzes in zambu. Ein seltsames Gefühl – einerseits sind wir noch mitten im Geschehen, andererseits schwingt bereits der Abschied mit.

Der Alltag hier bleibt intensiv. Nach wie vor arbeiten wir grösstenteils zu zweit, was die Tage nicht gerade leichter macht. Umso mehr hat es uns heute gefreut, dass es Mili nach einem kurzen Durchhänger schnell wieder besser ging. Sie hatte mit Magenproblemen zu kämpfen, bekam jedoch von Einheimischen ein lokales Kraut zum Kauen – und erstaunlicherweise wirkte es fast sofort. Was genau es war, wissen wir nicht, aber die Wirkung war beeindruckend. Solche Momente zeigen immer wieder, wie spannend und wirkungsvoll traditionelle Medizin sein kann, auch wenn sie uns fremd ist.

Neben solchen kleinen Lichtblicken beschäftigen uns zunehmend ernstere Gedanken: Was passiert nach unserer Abreise? Bisher hatten wir drei Komplikationen – allesamt entzündete Wunden. Angesichts der Vielzahl an Eingriffen und der eingeschränkten hygienischen Bedingungen ist das fast schon erstaunlich wenig. Trotzdem bleibt ein mulmiges Gefühl.

Viele der Operationen sind deutlich invasiver, als man es vielleicht erwarten würde. Oft müssen wir viel Knochen entfernen. In der Schweiz wären solche Eingriffe standardmässig mit Antibiotika und desinfizierenden Spüllösungen abgesichert – hier fehlt dieser Luxus. Wir geben unser Bestes unter den gegebenen Umständen, aber der Unterschied zu den gewohnten Standards ist gross und manchmal schwer auszublenden.

Umso wichtiger war es uns, die Nachversorgung zu regeln. Glücklicherweise konnten wir mit dem Krankenhaus nebenan eine gute Lösung finden. Sie wurden bereits vor einer Woche von uns mit Antibiotika ausgestattet und sind bereit, im Bedarfsfall einzuspringen. Das gibt uns zumindest etwas Sicherheit für die Zeit nach unserer Abreise.

Zwischen all der Arbeit versuchen wir aber auch, kleine Inseln der Normalität zu schaffen. Dazu gehört mittlerweile auch unser Backprojekt. Heute stand ein Schokoladenkuchen auf dem Programm, gemeinsam mit unserer Köchin Roda. Und ja – er war ein voller Erfolg. Abends beim gemeinsamen Probieren, inklusive unserer beiden Nachtwächter, war die Stimmung entsprechend gut.

Weniger erfreulich war die Entdeckung, dass unsere Schokoladenvorräte komplett aufgebraucht waren. Ein Zustand, den wir nicht akzeptieren konnten. Also machte ich mich auf den Weg – knapp fünf Kilometer bis zum nächsten Supermarkt.

Das Fahrrad hätte in Europa wohl keine einzige Sicherheitsprüfung überstanden: keine Bremsen, kein Licht, keine Klingel. Aber es fuhr – irgendwie. Der Weg auf unserer Landstrasse war noch harmlos, doch auf der Hauptstrasse wurde es spannend. Diese ist eine zentrale Nord-Süd-Verbindung durch Afrika, entsprechend dicht ist der Verkehr mit grossen Trucks. Ohne Bremsen dazwischen unterwegs zu sein, war… sagen wir: abenteuerlich. Aber was tut man nicht alles für Schokolade und ein funktionierendes Team.

Jetzt neigt sich der Tag dem Ende zu. Morgen steht noch einmal ein voller Arbeitstag an – ein letztes Mal Zähne ziehen, bevor wir uns langsam auf den Rückweg machen.

Ein bisschen Wehmut ist schon dabei. Aber noch sind wir hier – und noch ist nicht Schluss.

Raupen zum Mittagessen
Raupen zum Mittagessen
Schoko Kuchen
Schoko Kuchen
Kuchen Projekt
Kuchen Projekt
Unsere Patienten sehen wir auch ausserhalb der Klinik
Unsere Patienten sehen wir auch ausserhalb der Klinik

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