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Wochenende in Zambia

Wir haben noch viel zu lernen
Wir haben noch viel zu lernen
Second Hand Kleidung aus Deutschland wird hier stolz weiter getragen
Second Hand Kleidung aus Deutschland wird hier stolz weiter getragen
Gottesdienst am Morgen
Gottesdienst am Morgen
Im Krankenhaus lassen wir uns über das Gesundheitswesen informieren.
Im Krankenhaus lassen wir uns über das Gesundheitswesen informieren.
Der Markt
Der Markt

Ein Wochenende zum Durchatmen – Eindrücke aus Zambia 


Nach intensiven Tagen in der Klinik war dieses Wochenende für uns als Team der Zahninsel ein ganz besonderes: eine wertvolle Gelegenheit, neue Kraft zu schöpfen – sowohl körperlich als auch mental – und gleichzeitig Zambia aus einer ganz anderen Perspektive kennenzulernen.

Bisher begegneten wir der Bevölkerung vor allem in unserer Rolle als Behandelnde: Menschen, die auf unsere Hilfe angewiesen sind und uns mit großem Vertrauen begegnen. Umso wichtiger war es für uns, die Menschen hier auch abseits der Klinik zu erleben – in ihrem Alltag, ihrer Kultur und ihrer Lebensfreude. Dabei wurde einmal mehr deutlich, wie stolz, offen und herzlich viele der Menschen sind, die hier leben und arbeiten.


Am Samstagvormittag nutzten wir die Zeit, um organisatorische Aufgaben für die Klinik vorzubereiten. Unser Ziel: den kommenden Teams die Abläufe vor Ort zu erleichtern und eine noch bessere Versorgung zu ermöglichen.


Nach einer kurzen Erholungspause ging es am frühen Nachmittag in Richtung Stadt und Markt. Dort konnten wir nicht nur einige Besorgungen machen, sondern auch Stoffe erwerben – mit der Idee, uns daraus maßgeschneiderte Kleidung anfertigen zu lassen. Ein schönes Projekt, das uns noch lange an diese besondere Zeit erinnern wird.

Kulinarisch wurden wir ebenfalls überrascht: Am Abend gingen wir indisch essen – ein Hinweis auf die vielfältige Kultur vor Ort, denn Kabwe beherbergt eine vergleichsweise große indische Community. Anschließend wagten wir uns ins lokale Nachtleben. Interessanterweise unterschied sich dieses kaum von dem, was wir aus Europa kennen: viel R&B, ausgelassene Stimmung und tanzfreudige Gäste. Ein Unterschied war jedoch deutlich spürbar – als weisser Gast fällst du einfach auf und jeder schaut dich an, wenn du den Club betrittst.

Der Sonntag begann für uns mit einem Besuch eines Gottesdienstes. Die Kirche war erfüllt von Musik, Tanz und Emotionen – eine lebendige, kraftvolle Form des Glaubens, die uns tief berührt hat. Die Dankbarkeit und Herzlichkeit der Gemeinde uns gegenüber war überwältigend. Gleichzeitig waren auch wir voller Dankbarkeit, Teil dieses besonderen Moments sein zu dürfen.

Im Anschluss besuchten wir die staatliche Klinik, die wir eher als Arztpraxis beschreiben würden. Dort erhielten wir spannende Einblicke in das Gesundheitssystem vor Ort. Besonders bemerkenswert fanden wir, dass die Geburtenkontrolle (Verhütungsspritzen für Frauen) staatlich finanziert wird. Je nach Wohnort können diese sogar zur eigenständigen Anwendung mit nach Hause genommen werden – ein Ansatz, der in dieser Form in Deutschland und der Schweiz Privatsache ist und nicht von Staat finanziert wird.  

Auch im Bereich der HIV-Versorgung konnten wir viel lernen. Sambia hat einen hohen Anteil an HIV-positiven Menschen (fast 25%), doch gleichzeitig gibt es umfassende staatliche Programme zur Behandlung. Medikamente werden kostenlos zur Verfügung gestellt, und durch gezieltes Contact Tracing wird versucht, Neuinfektionen einzudämmen. Diese Maßnahmen zeigen, wie aktiv und strukturiert das Land mit dieser Herausforderung umgeht.

Zum Abschluss unseres Wochenendes wurde es noch einmal gemütlich: Gemeinsam backten wir einen Bananenkuchen nach einem mitgebrachten Rezept. Ein kleiner Moment der Normalität, der uns gutgetan hat. Nun lassen wir den Sonntag ruhig ausklingen – in dem Wissen, dass morgen wieder ein intensiver Arbeitstag auf uns wartet.

Dieses Wochenende hat uns nicht nur neue Energie geschenkt, sondern auch unseren Blick erweitert. Es sind genau diese Erfahrungen, die unseren Einsatz hier so wertvoll und nachhaltig machen.

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